Wie alles begann ...
Das Mittelalter
Das Mittelalter-Virus hat den Organisator im Jahr des Herrn 2000 befallen, als er zufällig und ohne große Erwartungen erstmals auf einen Mittelaltermarkt in Kärnten stieß. Im Verlauf einer ganzen Reihe „bewusst besuchter Veranstaltungen" entwickelte er gemeinsam mit seiner Familie eine besondere Sympathie zum Thema Mittelalter. Die Familie nimmt seit 2003 auch als Schauhandwerker regelmäßig an diversen Märkten teil.
Das Thema Hexen und die Inquisition
2002 stieß er zufällig auf eine wissenschaftliche Arbeit des Kustos des Freilichtmuseums Großdöllnerhof, Kons. Mag. Kurt Lettner, in der er sich mit der Hexenverfolgung im Mühlviertel befasst. Im Kultur-Arbeitskreis des Naturparks Mühlviertel fasste man daraufhin den Entschluss, sich mit dem Thema näher auseinanderzusetzen, nämlich im Rahmen einer Ausstellung und einer Veranstaltung. Wie sich im Lauf der Arbeit an der Ausstellung „Hexen und Heilerinnen rund um Rechberg" herausstellte, empfanden viele dieses Thema recht „erdrückend". Die uralten Prozessakten der Greinburg ließen detaillierte Einblicke in die Vorgänge von damals zu. Keineswegs beschränkte sich die Hexenverfolgung auf rothaarige Frauen, und einen konkreten Anlass brauchte es zur Verurteilung nicht. Eine Denunziation, eine „peinliche Befragung" ... Die Liste der Gefolterten, Gehängten, Gevierteilten und Verbrannten ist lang. Einige von ihnen wurden sogar zum Tod durch mehrere Hinrichtungsarten verurteilt, welche dann hintereinander vollzogen wurden. Frauen, Männer, Kinder. Die Abrechnungsbelege über die opulenten Mahlzeiten der Richter geben dieser Geschichte einen makaberen Nachgeschmack.
Das erste Hexentreyben in Rechberg
Schon bevor die Ausstellung eröffnet wurde, war klar, dass die geplante Hexen-Veranstaltung eine sehr willkommene Abwechslung sein würde, um sich auch auf eine weniger ernsthafte Weise mit dem Thema zu befassen und einfach mal zu feiern. Die allzu bedrückenden Einblicke in die Inquisition waren eine zusätzliche Motivation für ein Kontrastprogramm: Ein fröhliches, ausgelassenes „Mittelalterliches Hexentreyben 2003".
Die Motivation zum Weitermachen
Die Ausstellung war zwei Jahre lang am Großdöllnerhof zu sehen und wurde dann von der Stiftung der Herzog von Sachsen-Coburg und Gotha'schen Familie zur eventuell weiteren Verwendung auf Schloss Greinburg gekauft. Doch das Mittelalterliche Hexentreyben in Rechberg soll seither, so heiter wie es begonnen hat, auch fortgeführt werden. Die Motivation, das Fest immer wieder zu organisieren, kommt von den vielen Menschen, denen es so gut gefällt. Es bereitet große Freude, wenn mit Begeisterung vom Hexentreyben gesprochen wird, wenn Besucher sich persönlich für dieses Erlebnis bedanken, wenn immer mehr und mehr Teilnehmer dabei sein wollen - aus dem Ausland, aus Österreich und auch viele Akteure und Vereine aus Rechberg. Das ist der Lohn, der all die Arbeit im Vorfeld aufwiegt.
Mittelalterliches
Hexentreyben
Rechberg
Freilichtmuseum Großdöllnerhof
3./4. Juli 2010